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Krug 2004

Was ist der Krug 2004 doch für ein fruchtiger aber auch mineralisch frischer Verführer, der trotz Konzentration lebendig auf dem Gaumen prickelt. Zitrus, Orangenschale, hefig toastige Noten, gelbe Früchte dominieren die Nase und Gaumen, durch die aber auch die klassische Oxidationsnote hindurchscheint. Dieser Sherry Walnuss Ton wird zwar von den jugendlich frischeren Aromen aufgefangen und durch diese Überlagerung stark gedämpft, aber es ist doch auch ein Stilbruch. Egal mit welcher Kellertechnik, ob Reinzuchthefen, malolaktische Gärung oder reduktiverem Ausbau der offene, fruchtige Stil erreicht wurde, klopft mit den Oxidationsnoten der klassische Krug Stil eher unsanft an die Tür und erscheint eher als Invader, als wirklich zu Hause in dem neuen Geschmacksbild. Hier treffen zwei Welten aufeinander: Der klassische, sich langsam entwickelnde Krug Stil, mir ist der grandiose 1996er noch auf der Zunge, verbindet jung Konzentration mit fester Struktur, hoher nicht durch Malo gedämpfter Säure, einem karges Aromen Profil von oxidativen Noten und Hefe. Er ist seiner jung eher strengen, kargen Art keine irgendwie genussvolle Alternative zum geduldigen langjährigem Reifen im Keller. Also schön, vergessen wir unsere Erwartungen. Es passt zu Arnaults LVMHs Bemühungen einen Champagner herzustellen, der nicht nur Weinfreaks gefällt, sondern einem breiten Publikum. Bei den erstklassigen Trauben und dem perfektionistischen Handwerk ist dieser frühreife Krug ein Genuss mit Niveau und kein kommerzieller Champagner. Nach längerer Belüftung -die zweite Verkostung findet 23 Stunden nach dem Öffnen stadt - fällt der jugendliche Charme wie eine Verpackung vom waren Kern ab, und es kommt mehr klassischer Krug: Er ist schlank, fest, säurebetont mit geringem Spaßfaktor und der Sherry Ton dominiert. Sollte es doch noch irgendwann mal ein richtiger Krug werden? Ja. Aber tut ihm dieses Restyling auf offenere Jungphase gut? Wenn man Kompromisse liebt und gerne von allem ein bisschen haben will, dann kommt man gut mit diesem Champagner klar, der es allen recht machen will. Wenn man eine klare Vorstellung hat, wann man was trinken will, wird man sich einen Champagner wünschen, der derart perfekte Trauben über Jahrzehnte entwickelt. Auch wenn man die Jahre nicht gut vergleichen kann, der 1996er wäre nicht dieses konzentrierte, intensive Monument, wenn man ihm  seine jugendlichen Falten weggebügelt hätte. Dennoch kommt er hinter dem Blanc des Millenaires 2004, der feiner und harmonischer ist, kommt er auf den zweiten Platz der Verkostung, an der sonst noch Winston Churchill, Grande Annee und Cuvee Louise teilnehmen.