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Poisot Romanee Saint Vivant 2016

Poisots Romanee St Vivant 2016 fordert den Gaumen und ist einer dieser an Perfektion grenzenden Weine, die ein nahtloses Ganzes sind, aus dem man schwer Komponenten isolieren und beschreiben kann. Wann immer man ein Thema im vielstimmigen Ensemble zu erkennen glaubt, verschwindet es wieder und ein neues tritt in den Vordergrund. Man kann Stunden mit diesem Wein verbringen und immer wieder neue Nuancen entdecken. Diese Flasche ist in den letzten beiden Wochen mehrmals bewegt worden, was den Romanee St Vivant wohl etwas beeinträchtigt. Zuerst schwebt das Bouquet nicht über dem Glas, sondern versteckt sich im Glas. Dieser große Pinot Noir riecht nach roten und schwarzen Früchten, Veilchen und Rosenblättern. Noch tiefer hat er eine exotisch, würzige Ebene von Curcuma, Ingwer, Muskatnuss und Soja Sauce. Mit Belüftung entwickelt sich die Nase und wird intensiver. Am Gaumen ist Poisots bester Wein sehr dicht und hat einen mineralischen Kern, von dem sich das Pfauenrad der Aromen entfaltet und den Mund bis in den letzten Winkel mit seinem schwerelosen Sam auskleidet. Die Textur ist nicht wirklich weich, sondern bekommt von den perfekt gereiften Tanninen und der Säure, die von der Frucht überdeckt wird, eine energische Spannung und Struktur. Dieser Wein ist ein seltenes Beispiel für den Ausgleich zwischen Konzentration, Körper und etherischer Finesse. Da dieses Terroir einst mit dem Lieu dit verbunden war, der heute den Romanee Conti ausmacht, kann man sagen, dies ist das größte Terroir Burgunds, das wenig mit dem viel größeren Romanee St. Vivant zu tun hat. Es gibt in Burgund noch bessere Winzer als Remi Poisot, aber hier überwiegt das Terroir völlig die Handschrift des Winzers. Man kann weder Eiche noch Extraktion schmecken, sondern nur dies faszinierende Quintessenz des Pinot Noirs.