Persönliche Beratung
Grande Année 2004 zeigt reife gelbe Äpfel und Zitronen, begleitet von einer ausgeprägten Walnusswürze, Honig und feinen Lebkuchen-Noten. Der volle, cremige Gaumen wird von einer lebendigen, präzisen Säure durchzogen, die zusammen mit dem mineralischen Prickeln Frische und Spannung erzeugt. Das Finish ist lang, mit deutlichen Röstnoten. Auch mehrere Tage nach dem Öffnen entwickelt sich der Wein weiter – er wird komplexer, eleganter, die Zitronen wandeln sich in Orangenzesten, die Walnuss in weißen Nougat. Obwohl er jetzt bereits sehr schön zugänglich ist, liegt sein absoluter Höhepunkt noch einige Jahre vor uns. Ein ausgezeichnetes Alterungspotenzial – bei diesem anspruchsvollen, aber köstlichen Jahrgang alles andere als selbstverständlich. 2004 verkörpert den klassischen, nussigen, körperreichen Bollinger-Stil in Reinform.
Das Jahr zeichnet sich durch einen ungewöhnlichen Witterungsverlauf aus.
Die Reben starteten sehr früh und unter optimalen Bedingungen in den Frühling, begünstigt durch viel Sonne. Im Juli setzte jedoch kühles, nasses Wetter ein, das in Teilen der Region Hagelschäden verursachte.
Der August blieb grau und kühl, was die Reife verlangsamte und die Ernte zunächst gefährdete. Erst September und Oktober brachten dann stabiles, sonniges und trockenes Wetter mit kühlen Nächten – ideale Voraussetzungen für eine langsame, gleichmäßige Reife der Trauben. Dadurch konnten hohe Qualitäten mit guter Säurestruktur und ausgewogener Reife erreicht werden.
Die Erntemengen lagen extrem hoch, im Schnitt deutlich über 20.000 kg pro Hektar. Trotz der großen Menge gelang es Häusern wie Bollinger, durch konsequente Ausdünnung und Selektion der Trauben Weine mit bemerkenswerter Konzentration, Struktur und Tiefe zu erzeugen.