Persönliche Beratung
Nach einer eindrucksvollen Fruchtphase ist er über Jahre säurebetont, fest strukturiert und aromatisch zurückhaltend gewesen. Während sich viele reduktiv im Tank ausgebaute 2008er verschließen, zeigt er mit langer Belüftung viel mehr und die Trinkfreude kommt zurück. Richtig reife Aromen kommen aber erst in einigen Jahren und das Trinkfenster bleibt bei guter Lagerung weit über 2050 offen.
Richard Juhlin nennt den Bollinger La Grande Année 2008 einen „regal and heroic Bollinger“ und spielt auf seine große Konzentration, den vollen Körper und die fabelhafte Säurestruktur für Jahrzehnte der Alterung an. Selbst bei dieser Prestige Cuvée gab es das schon über 30 Jahre nicht mehr in dieser Perfektion.
Wie bei Bollinger üblich wird der edelste Champagner in zwei großen Partien an Champagner Fans ausgeliefert: Zunächst als Grande Année Anfang 2018 und im März 2023 als R.D. mit längerem Hefelager.
Nach dem sanften Pressen wird nur der erste Presswein verwendet, der zweite verkauft. Nach der Klärung durch Kühlen wird der Grande Année in vierjährigen Holzfässern ausgebaut, um zu vermeiden, dass die Grundweine Tannine vom Eichenholz aufnehmen.
Die malolaktische Gärung wird weder gefördert noch abgeblockt, sodass es schwer ist, hier genaue Informationen zu geben. Da jede Lage und jede Sorte getrennt ausgebaut werden und die Weine in kleinen Holzfässern fermentieren, hängt es von der Bakterienaktivität in jedem Fass ab, ob die malolaktische Gärung beginnt und zum Abschluss kommt.
Während bei der Special Cuvée manchmal vorsichtig gefiltert wird, ist die Grande Année 2008 nicht gefiltert worden. Nach dem Ausbau der Grundweine werden diese verkostet und verschnitten. Bollinger ist für die rigorose Auslese schwächerer Fässer berühmt.
Anschließend erfolgt die Flaschengärung, die beim Jahrgang 2008 neun Jahre gedauert hat. Das Rütteln und Dégorgieren erfolgt bei der Grande Année von Hand. Der 2008er ist mit 8 g Zucker pro Liter am trockeneren Ende von Brut dosiert worden.
Selten war das Wort „Grande“ bei einem Jahrgang angemessener als 2008, das auf in einer Generation unerreichte Weise den Charme reifer, cremiger Primärfrucht mit fabelhafter, intensiver aber dennoch nicht aggressiver Säure verbindet.
Trinkfenster: jetzt bis weit über 2050.