Persönliche Beratung
Das Cuvée William Deutz ist einer der großen Klassiker der Champagne. Er enttäuscht nie und in 2008 ist er so gut, dass er eigentlich in aller Munde sein sollte. Die Cuvée wird von 62 % Pinot Noir aus Ay, Ambonnay, Bouzy und Verzenay dominiert. Lange war er das Prestige-Cuvée des Hauses, bis man den ultrasophisticated Amour de Deutz kreiert hat, der sich trendiger vermarkten lässt.
Die 34 % Chardonnay stammen aus Avize, Mesnil-sur-Oger, Cramant und Villers-Marmery. Hinzu kommen vier % Pinot Meunier aus dem eher unbekannten aber feinen Premier Cru Pierry.
Deutz hat etwas weniger Körper und Kraft als die großen Bollinger Cuvées. Dafür punktet Deutz mit Eleganz, Charme, präziser Mineralität und – darf man das sagen – noch zarterer Perlage.
Anders als bei Roederer verzichtet Deutz bei der Vinifikation und dem Ausbau der Weine ganz auf Holz und setzt Edelstahltanks ein. Die Röstaromen kommen nicht von der Eiche sondern durch die lange reduktive Autolyse: Toast, frisch gemahlener Kaffee, geröstete Haselnuss und Mandeln. Das lange Hefelager gibt dem William Deutz eine außergewöhnliche Kremigkeit und Textur, die mit den rauchigen Pinot-Noir-Noten und der zitronigen Frische des Chardonnay wunderbar harmoniert.
Es ist ein Champagner von klassischer Struktur, Komplexität und Tiefe, der bei aller haustypischer Eleganz doch viel Körper und Intensität hat.
2008 ist durch einen kühlen, langsamen Vegetationsverlauf geprägt, sodass sich komplexe Aromen bilden und die Säure ausgeprägt ist. Erst im September wird das Wetter sehr warm und sonnig. Da zu dieser Zeit die Nächte schon kühl sind, wird die Säure nicht abgebaut.
Die Trauben sind reif, die Moste konzentriert und die Weine zeigen eine markante mineralische Struktur und rassige Säure. 2008 gehört zu den klassischen Lager Jahrgängen, die sich über viele Jahrzehnte verbessern.