Persönliche Beratung
Die 168. Édition der Krug Grande Cuvée wurde von langjährigen Krug-Fans weltweit mit großer Spannung erwartet – besonders angesichts des reifen, konzentrierten Basisjahrgangs 2012. Da es 2012 aufgrund sehr kleiner Erträge keinen Krug Vintage gab, flossen die besten Partien dieses Jahres in die Grande Cuvée und die Reserveweine.
Statt den üppig-fruchtigen, reifen Charakter von 2012 in den Vordergrund zu stellen, wählte man bei Krug bewusst einen mutigen, klassischen Weg: Man verzichtete weitgehend auf hefebetonte, cremige und fruchtbetonende Komponenten. Dadurch dominieren jetzt Struktur, Rasse und eine lebendige, intensive Säure. Der Gaumen wirkt straff und fest, die Säure präzise und durchdringend – typisch für die großen, langlebigen Krug-Cuvées vergangener Jahrzehnte. Die Reserveweine, insbesondere aus dem legendären 1996er-Jahrgang, verstärken zusätzlich Säure und Komplexität.
Im Gegensatz zu manchen früheren, in der Jugend sehr verschlossenen Éditionen zeigt sich die 168 bereits heute tiefgründig und anspruchsvoll, mit klarer Linie und beeindruckender Spannung. Für den klassischen, seidigen Krug-Gaumen mit vollem Aromenspektrum (geröstete Haselnüsse, Nougat, kandierte Orangenschalen, sizilianische Zitronen) braucht er jedoch noch etwa 8–12 Jahre Reifezeit. Wer ihn etwas frischer und straffer mag, findet bereits in 4–6 Jahren großen Genuss.
2012 fiel die Ernte bei Krug um ca. 20 % geringer aus – das führte zu sehr konzentrierten, reifen Grundweinen. Kellermeisterin Julie Cavil wählte aus über 400 einzeln vinifizierten Weinen 192 für die Assemblage aus. Der Pinot-Noir-Anteil von 52 % ist für eine Grande Cuvée ungewöhnlich hoch. Um die natürliche Reife und Fülle des 2012er-Jahrgangs auszugleichen, wurden die Reserveweine sehr bewusst nach Frische und lebendiger Säure ausgewählt – insbesondere Chardonnay aus Avize und Marmery sowie Pinot Noir aus der Montagne de Reims (u. a. Verzenay, Verzy). Der älteste Reservewein stammt aus dem legendären Jahrgang 1996.
Trinkfenster: 2030 bis 2050