Persönliche Beratung
Persönliche Beratung
admin@alfavin.de
43 Jahre Erfahrung
Mit einer Jahresproduktion von nur 700.000 Flaschen ist Krug das exklusivste und prestigeträchtigste Champagnerhaus. Johann Joseph Krug gründet das Haus 1843. Seitdem steht Krug für kompromisslose Qualität, handwerkliche Präzision und die Kunst der perfekten Assemblage.
Heute leitet Olivier Krug, Urenkel des Gründers, das traditionsreiche Champagnerhaus, das Teil des Luxuskonzerns LVMH ist.
Johann Joseph Krug hatte eine klare Vision: Jahr für Jahr den besten Champagner herzustellen. Um die Schwankungen des Klimas der kühlen Champagne auszugleichen, soll die Cuvée eine Assemblage von möglichst vielen Jahrgängen sein.
Dafür legte er umfangreiche Vorräte an Reserveweinen verschiedener Lagen und Jahrgänge an. Seine Cuvées sind keine Jahrgangsprodukte, sondern kunstvolle Kompositionen aus Rebsorten, Lagen und Jahrgängen.
Krug verglich seine Arbeit mit einer musikalischen Komposition, bei der jeder Wein ein Instrument ist, das im Zusammenspiel das große Ganze ergibt. Seine Gedanken hielt er in einem kleinen roten Notizbuch fest, das bis heute im Familienarchiv aufbewahrt wird.
Dieser Weg ist ungewöhnlich. Bollinger erzeugt schon im ersten Jahr 1939 einen Jahrgangs Champagner. Krug zum ersten Mal 1914.
Krug steht bis heute für klassisches Champagner-Handwerk. Jede Lage wird einzeln in gebrauchten 205-Liter-Eichenfässern aus der Argonne oder Ostfrankreich fermentiert. Die Weine werden nicht gepumpt, sondern ausschließlich mit Schwerkraft abgezogen und nur selten filtriert.
Als eines der letzten Häuser neben Alfred Gratien verzichtet Krug bewusst auf die malolaktische Gärung. Das bewahrt die Frische und Säure der Weine und verleiht ihnen ein außergewöhnliches Alterungspotenzial.
Heute lagern die Reserveweine in Laval Edelstahltanks. Dadurch wirkt Krug etwas frischer, fruchtiger und weniger oxidativ als früher.
Die große Kunst bei Krug liegt in der Assemblage. Von 1843 bis 1914 erzeugt Krug keinen Vintage. In den 1920er Jahren wird die Cuvée verändert und als Private Cuvée eingeführt. Ab 1978 heißt sie Grande Cuvée.
Die Assemblage stellt besondere Herausforderungen an den Kellermeister. Es reicht nicht aus, eine optimale Grande Cuvée zu erzeugen.
Es müssen genug perfekte Reserveweine für die Zukunft bleiben. Die verbleibenden Komponenten müssen so genutzt werden, dass sie etwaige Schwächen ausgleichen.
Das Ganze muss größer als die Teile sein. Aber es dürfen auch keine Teile übrig bleiben.
Seit dem Jahrgang 2013 und der Edition 169 gibt Kellermeister Eric Lebel die Verantwortung an seine Assistentin Julie Cavil ab, um in der Gruppe, zu der auch Dom Pérignon gehört, die Entwicklung der Marken zu koordinieren.

Sie besteht aus rund 120 Grundweinen aus bis zu 10 Jahrgängen. Ihr Ziel: einen konstanten Hausstil zu bewahren, der jedes Jahr aufs Neue höchste Qualität garantiert. Dafür werden auch Weine großer Jahrgänge verwendet, die theoretisch das Potenzial für einen Vintage hätten.
Krug verfügt über herausragende Lagen und alte Reben, und viele Winzer betrachten es als Auszeichnung, Trauben an Krug liefern zu dürfen – nicht zuletzt, weil das Haus die höchsten Traubenpreise der Champagne bezahlt.
Seit 2016 zeigt die Grande Cuvée eine Nummer, beginnend mit der 163. Sie ist die 163. Auflage des Champagners seit der Gründung des Hauses. Informationen über jede Edition kann man auch über das Eingeben der Krug ID erhalten oder auch den QR Code scannen.
Es wurden auch vorherige Editionen nummeriert. Es handelt sich dann aber um später angebotene Flaschen aus dem Reserve-Keller. Bei der Edition 163 wurden alle Flaschen von Anfang an nummeriert.
Um die Vielfalt der Grande Cuvée zu verdeutlichen, hier eine Übersicht über bekannte Editionen:
| Edition | Base-Jahr | Zusammensetzung und Merkmale |
|---|---|---|
| 173ème Édition | 2017 | Blend aus 69 % 2017 und 31 % Reserve bis 2001. Fruchtig, weich |
| 172ème Édition | 2016 | 58 % 2016, Reserve bis 1998. Kraftvoll, mineralisch. |
| 171ème Édition | 2015 | 58 % 2015, Reserve bis 2000. Honig, Nougat, Röstnoten, reife Frucht. |
| 170ème Édition | 2014 | 55 % 2014, Reserve zurück bis 1998. Elegant und komplex. |
| 169ème Édition | 2013 | 146 Weine aus 11 Jahren von 2012 bis 2000. Nussig mit kräftiger Säure. |
| 168ème Édition | 2012 | 58 % 2012, Reserve bis 1996. Der reife, üppige Jahrgang wird klassisch nussig, strukturiert interpretiert. Der beste seit 152. |
| 167ème Édition | 2011 | Reserve bis 1995. Relativ weit entwickelt, nussig. |
| 166ème Édition | 2010 | Reserve bis 1996, Zitrus, verschlossen. |
| 165ème Édition | 2009 | 69 % 2009. Reserve bis 1990. Reif und generös, mit Nuss, Nougat und Honig und Zitrus. |
| 164ème Édition | 2008 | Harmonisch, elegant, markante Säure. |
| 163ème Édition | 2007 | Fruchtig, schon heute gut und mit 37% Reserveweinen bis 1990. |
| 162ème Édition | 2006 | Intensiv, reife Frucht mit exotischen Noten. Reserve bis 1990. |
| 161ème Édition | 2005 | Reif und für Krug untypisch weich. |
| 160ème Édition | 2004 | Reserve bis 1990. Frucht und Haselnuss, elegant und harmonisch. Der jüngste GC, der schon voll da ist. |
| 159ème Édition | 2003 | Trotz der Reserve aus 1988 dominiert die Kraft und Reife von 2003. Schokolade, Haselnuss. |
| 158ème Édition | 2002 | Harmonisch, kremig, vielschichtig, Top mit 42% Reserve Weinen. |

Krug definiert sich durch die Assemblage einer Cuvée aus vielen Jahrgängen. So erzeugt das Haus erst 70 Jahre nach der Gründung im Jahrgang 1914 einen Vintage.
Nur wenn nach Auswahl der Grundweine für die Grande Cuvée noch genügend Fässer übrig bleiben, die die Eigenart eines Jahrgangs auf höchstem Niveau widerspiegeln, entscheidet sich das Haus für die Produktion eines Vintage.
Dabei geht es nicht darum, ein einheitliches Trinkerlebnis zu reproduzieren – wie es etwa Dom Pérignon anstrebt – sondern darum, den Charakter des jeweiligen Jahres so rein und präzise wie möglich auszudrücken.
So spiegelt etwa der Krug Vintage 2008 die klassische Struktur und Säure eines traditionellen Krug wider, während der Jahrgang 2004 eleganter und verführerischer wirkt.
Im hervorragenden Jahrgang 2012 erzeugt Krug lieber mehr vom wunderbaren 168 der Grande Cuvée und macht keinen Vintage. Der Rest wird gebraucht, um eine Serie von kühleren Jahren, die folgen, als Reserve zu ergänzen.
Der Vintage hat noch mehr Kraft als Grande Cuvée. Allerdings dauert es lange, bis er die nussige Komplexität der Grande Cuvée entwickelt.
Rémi und Henri Krug kaufen 1971 den Clos Tarin in Le Mesnil-sur-Oger von der Familie Tarin. Dieser Weinberg ist 1,84 ha groß, von einer Mauer eingefriedet und von Bäumen und Häusern geschützt.
Die Tarins verkaufen die Trauben an Aimé Salon, bis dieser eigene Weinberge kauft. Danach füllt die Familie bis zum Jahrgang 1971 den Clos Tarin selbst ab.
Bis 1978 gehen die Trauben in die Grande Cuvée und den Vintage.
1979 ist der erste Clos du Mesnil, und was für einer. 1979 ist besonders für Chardonnay ein perfekter Jahrgang. Manche Pinot Noirs werden vom späten Regen beeinträchtigt.
Zusammen mit 1982, 1985 und 1988 bildet er eine wunderbare Serie.
Die Trauben erreichen in diesem Weinberg fast immer perfekte Reife und die Krugs setzen ein besonderes Team für den Weinberg ein.
Deswegen ist der Clos du Mesnil oft der Höhepunkt der Krug-Jahrgangs-Champagner. Er hat zwar nicht die Nussigkeit des Pinot Noirs. Als reiner Chardonnay erreicht er aber Perfektion. Er verbindet die exotische Reife und Fülle von Comtes de Champagne mit noch intensiverer Mineralität und Finesse.
1914 Der erste Krug Jahrgangschampagner. Nussig, zarte Mousse, markante Säure
1919 Sehr trocken, oxidativ ohne oxidiert zu sein
1920 Im Jahrhundertjahr 1921 gibt es keinen Krug. 1920 ist buttrig, sehr nussig mit markanter Säure
1928 Eine Legende. Immer noch ziemlich helle Farbe, nussig, reichhaltig, fest und jünger als 1929.
1929 Üppige Süße, Rumtopf, Schokolade, Walnüsse und Tannenhonig.
1932 Immer noch mit Perlage. Nussig und sehr trocken.
1934 Immer noch mit Brioche und Gebäcknoten, im Abgang Walnuss.
1938 Vergessener großer Jahrgang. Ein gigantischer Champagner. Schokolade, Minze, Trüffel, Aprikose.
1945 ist legendär in der Champagne. Krug ist fast hart in seiner Mineralität.
1949 Elegant und mit fruchtigen Noten und dezenter Süße.
1953 Kraftvoll, intensive Säure, Unterholz.
1955 Fest strukturiert, intensive Säure, wird noch runder.
1959 Üppig, konzentriert mit Apfel- und Vanille-Aromen, keine Eile.
1961 Helle Farbe, Trüffel, nussige Röstnoten, kaum Frucht.
1962 Ölig, superkonzentriert, baut ab.
1964 Säurebetont, Apfel und Vanille.
1966 Exotische Frucht und viel Charme
1969 Säurebetont und fest.
1971 Honig, Erdbeeren, Toffee, harmonisch, aber nicht so konzentriert.
1976 Pfirsichkompott und Kaffee, sehr reif und harmonisch, aber weit entwickelt, geringe Säure.
1979 Perfekte Harmonie, voll entwickelt, groß.
1981 Harmonisch, fruchtig, unterschätzt.
1988 Der größte der "jüngeren" Jahrgänge. Perfekt und mit Zukunft.
1990 Die reife, weiche Art des Jahres wird durch die Krug-Struktur verbessert.
1996 Wunderbare Aromen, aber die Säure ist noch zu dominant.
2000 In diesem reifen, warmen Jahr ist Krug noch jung und verspricht Großes.
2002 Üppig, reif, konzentriert mit großem Charme und viel Frucht.
2004 Eleganz pur. Zitronenfrucht mit feinen, nussigen Noten.
2006 Kraftvoll, konzentriert und schon erstaunlich gut zu trinken.
2008 zeigt nach vielen Stunden Belüftung seine Klasse. Er ist aber nicht der charmanteste, fruchtigste Krug-Jahrgang.
2011 Eher weich und ein Erfolg für das Jahr.
2013 Zitrone pur, sehr intensive Säure. Braucht viel Zeit.
Joseph Krug, ursprünglich aus Mainz, lernte sein Handwerk beim renommierten Haus Jacquesson, bevor er 1843 in Reims seine eigene Marke gründete. Nach seinem Tod 1871 führte sein Sohn Paul Krug I das Haus weiter.
1970 verkauft die Familie Krug das Haus an Rémy Martin, behält aber weiter Anteile und die Leitung des Hauses.
1999 verkauft Rémy Cointreau, wie die Gruppe inzwischen heißt, Krug an LVMH.
Unter Olivier Krug erlebt das Haus heute eine behutsame Modernisierung: mehr Frucht, mehr Offenheit, aber weiterhin kompromisslose Qualität.
Champagne Krug verbindet Geschichte, Handwerk und Innovation wie kaum ein anderes Haus. Jede Flasche ist das Ergebnis jahrzehntelanger Erfahrung, handwerklicher Präzision und einer klaren Vision, die seit über 180 Jahren Bestand hat.