Persönliche Beratung
Schicht für Schicht überzeugt dieser außergewöhnliche Champagner mit cremigem, reifem Fruchtgenuss, der dennoch von einer perfekt integrierten Säurestruktur getragen wird. Im Vergleich zum eher kargen und verschlossenen R.D. 2002 zeigt er bereits heute deutlich mehr Charme und Zugänglichkeit – bei gleichzeitig großem Zukunftspotenzial.
Typisch Bollinger finden sich die Aromen des oxidativen Holzausbaus: reifer Apfel, Walnuss, Zitronenschale, ein Hauch gelber Pflaume und Minze – fast wie ein eleganter Ramonet Chardonnay. Der Gaumen ist voll, rund, ohne jede Härte. Die Säure ist perfekt eingebunden. Statt dominanter Nussnoten zeigen sich heute sehr dezente Röstmandeln. Dieser Champagner hat einen enorm hohen Trinkspaß-Faktor, solange man nicht explizit auf die klassischen, stark oxidativ-nussigen Bollinger-Noten wartet, die sich erst nach weiteren Jahren intensiver Lagerung voll entfalten.
Im direkten Vergleich wirkt er aktuell über 10 Jahre jünger als die 2004 und 2005 Grande Année – ein sehr schönes, reifes, aber noch langes Leben vor sich habendes Exemplar.
Ein guter Vegetationsstart ohne nennenswerte Fröste führte zu einer frühen, problemlosen Blüte. Der Sommer war sonnig und warm, mit ausreichend Regen – ideale Bedingungen für eine gleichmäßige Entwicklung. In den Wochen vor der Lese sorgten trockenes, warmes Wetter für Konzentration, Schrumpfung der Beeren und sehr hohe Zuckerwerte.
Während die Chardonnays aus den berühmtesten Côte-des-Blancs-Lagen teilweise etwas reif und üppig gerieten, war 2002 ein ganz großes Pinot-Noir-Jahr. Bei Bollinger sorgen zudem Chardonnays aus kühleren Lagen (u. a. Grauves) für die perfekte Säure- und Strukturbalance – Grundlage für eines der langlebigsten und ausgewogensten Grande Année der letzten Jahrzehnte.