Persönliche Beratung
Mineralische Frische, Eleganz, rote Frucht, etwas Apfel, eine perfekt integrierte Holzwürze vom Eichenfass – La Grande Année 2014 ist heute ganz anders als die klassischen, nussig-schokoladigen, oxidativen Bollinger-Jahrgänge. Sie markiert den Abschluss einer Entwicklung und zeigt sich sehr viel feiner und eleganter.
Fast wie ein Selosse Côte des Bar oder ein sehr feiner Pinot Noir aus dem Burgund, nicht wie der klassische, volle, oxidativ-nussige Bollinger. Niemand hätte gedacht, dass es 2014 derart elegante und frische Pinot-Noir-Trauben bei Bollinger geben würde. Jung verkostet steht dieser 2014 für viele Kenner fast auf Augenhöhe mit dem legendären 2008er – ein sehr starkes Kompliment.
Mit 39 % Chardonnay-Anteil (deutlich mehr als üblich) kommen frische, zitrische Noten von Orangenschale hinzu. Der Wein ist sehr mineralisch, mit feinen Jod- und Austernschalen-Aromen. Kraft fehlt ihm nicht, aber er beeindruckt vor allem durch seine Frische, Präzision und Eleganz.
Bollinger ist traditionell für den oxidativen Ausbau in gebrauchten Holzfässern bekannt. Auch die Naturkorken während der langen Hefelagerung erlauben einen gewissen Luftaustausch und unterstützen den oxidativen Charakter mit Aromen von reifem Apfel, Walnuss und Brioche. Diese Noten dominierten lange die jüngeren Grande Année.
Schon beim 2012er Jahrgang waren sie deutlich zurückgenommen. Der 2014er markiert dann einen echten Wendepunkt hin zu einem moderneren, feineren Stil: teilweise neue Fässer, reduzierter Luftaustausch, frischere und präzisere Aromen in der Jugend. Mit den Jahren der Kellerreifung werden die Unterschiede kleiner und die typischen reifen Bollinger-Aromen (getrocknete Aprikose, Orangenschale, Nuss, Nougat, rauchiges Schießpulver) entwickeln sich dennoch – nur eben auf einer eleganteren, mineralischeren Basis.